Ein Ort des Austauschs zwischen Jung und Alt
Jugendliche und Senioren zusammen zu führen, sich austauschen und mehr voneinander erfahren – in einem gemeinsamen Projekt des Haus am Nordwall, Zentrum für Pflege und Betreuung und dem Beruflichen Gymnasium Korbach wurde dies realisiert.
Dort trafen sich wöchentlich acht Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe und acht Senioren, die im „Wohnen für Senioren am Nordwall“ leben, zum „Café der Generationen“ in gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen.
Im Vorfeld wurden Ablauf und Themen für die Zusammenkünfte sehr sorgfältig geplant. Auch für den Fall, dass Kommunikationslücken oder befremdliche Situationen entstehen, waren wir bestens vorbereitet, berichten die Organisatorinnen Claudia Schneider (Qualitäts- und Sozialmanagement) vom Haus am Nordwall und Oberstufenschülerin Lotte Pritzkoleit.
Doch „Jung und Alt“ kamen sofort bestens miteinander ins Gespräch. Bereits bei der ersten Zusammenkunft an der langen Kaffeetafel, an der sich Schüler/innen und Senioren gegenübersaßen, einigten sich nach der Vorstellungsrunde alle auf das Du. Nicht selbstverständlich, waren doch hier über Achtzigjährige und unter Zwanzigjährige beieinander.
„Es war unglaublich, wie schnell wir ins Gespräch kamen und auch über sehr persönliche Erfahrungen und Lebenseinstellungen gesprochen haben“, sagt Lotte Pritzkoleit.
Das Vertrauen und die Bereitschaft, Persönliches zu teilen, sei beiderseits erstaunlich groß gewesen und wuchs bei jedem Treffen – ganz so wie es sich die Teilnehmenden und auch die Organisierenden gewünscht hatten, freut sich auch Einrichtungsleitung Ribana Klabunde.
„Das Projekt ist großartig und die Gespräche mit den Senioren verändern meine Sichtweise und Lebenseinstellung positiv“, zeigt sich auch die neunzehnjährige Schülerin Oliwia Kluba beeindruckt. Bei der letzten Zusammenkunft luden die Schüler/innen Ihre Gesprächspartner zu Interviews ein. An deren Abschluss stand jeweils eine Lebensweisheit oder ein Zitat, das die Senioren in ihrem Leben begleitet hat. Diese Worte haben die Teenager besonders bewegt, denn sie waren allesamt geprägt von positiven Gedanken, Glaube, Zuversicht und dem Vertrauen, dass auf schwierige immer wieder gute Zeiten folgen.
„Es macht uns glücklich, dass Ihr euch für das, was wir erlebt haben, interessiert. Wir hoffen, euch etwas Gutes für euren Lebensweg mitgegeben zu haben. Und die Einblicke und Gedanken, die ihr mit uns geteilt habt, bereichern wiederum uns“, bedankte sich 87-jährige Christian Frese bei den Schülern.
Autor: Claudia Schneider, Haus am Nordwall